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Smombie Ade

Das Smartphone ist des Menschen bester Freund. Ein Leben ohne den treuen Weggefährten ist kaum mehr vorstellbar. Dabei treibt die exzessive Nutzung besonders Jugendliche in eine Abhängigkeit, der sie von alleine nicht mehr Herr werden. Die Bundesregierung hat einen neuen Drogen- und Suchtbericht vorgelegt, der zu denken gibt und eine Krankheit beleuchtet, deren Ernsthaftigkeit in der Gesellschaft immer noch totgeschwiegen wird. 

Mit hohläugigem Tunnelblick bahnt sich der Smombie unaufhaltsam seinen Weg. Der Kopf gesenkt, das Smartphone fest im Griff. Der Daumen trommelt schamlos über das Gorillaglas. Smartphone Zombies, kurz Smombie – auf der Liste der Jugendwörter des Jahres – sind jene Menschen, die in die Welt ihres Mobiltelefon abdriften und dabei das Geschehen um sich herum komplett ausblenden. Die Liste der Jugendwörter für abnormale Smartphone Aktivitäten ist lang. Darunter findet sich beispielsweise noch Tinderella, eine Frau, die intensiv die Online-Dating Plattform Tinder nutzt. Doch exzessiver Konsum kann zur Internetsucht führen. Besonders gefährdet sind Jugendliche. Laut des neusten Sucht- und Drogenberichts der Bundesregierung kann mehr als einer halben Millionen Menschen zwischen 14 und 64 Jahren eine Internetabhängigkeit attestiert werden. Dramatisch: Die Hälfte der Suchtkranken ist erst 14 bis 24 Jahre alt.

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) fordert Kinderärzte auf sich zu sensibilisieren und verstärkt auf Anzeichen von Computer- und Medienabhängigkeit zu achten. „Es ist wichtig, rechtzeitig und zielgerichtet Aufklärung zu betreiben“, äußert sie sich gegenüber dem Tagesspiegel. Erkennbar wird die Sucht, wenn die Betroffenen Schule, Beruf und soziale Kontakte vernachlässigen, und einhergeht mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS), affektive Störungen oder Substanzmissbrauch von Alkohol und Nikotin, heißt es in Ärztekreisen. Die Herausforderung, Jugendlichen so früh wie möglich einen Verantwortungsbewussten Umgang mit Smartphones beizubringen wächst immer weiter. Was tun um Herr dieser aussichtslosen Lage zu werden? Mach den Selbsttest!

Patentrezept Prävention?

Auf der Liste der anerkannten Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) taucht Internetabhängigkeit bisher nicht auf, da sich Forscher streiten, ob die Symptome der pathologischen Sucht nicht doch einer alternativen Grunderkrankung zugrunde liegen.  Daher stellt sich die aktuelle Situation undurchsichtig dar. Kliniken und Therapien zur Behandlung der Sucht gibt es nur im kleineren Maß. Zur frühzeitigen Prävention hat die BZgA die Mitmach-Initiative „Kinder Stark machen“ ins Leben gerufen, um Kindern, Eltern und Jugendlichen rechtzeitig helfen zu können. Frustrationstoleranz, Konflikt- und Teamfähigkeit sind dabei die Indikatoren, die im späteren Verlauf der Entwicklung greifen sollen.

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Der Autor

Philipp ist geborener Münchner und sammelte dort bereits erste Erfahrungen bei der Süddeutschen Zeitung. Im Team von Men's Quality ist er für den redaktionellen Bereich verantwortlich.

1 Kommentar(e)
  • felix - August 8, 2015

    😀 das Bild kenne ich. Super gut getroffen!

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