Street Style

Sobald man über den Begriff Street Style nachdenkt, beschwört er endlose Bilder in unsere Gedanken. Dandies, die weißen, bürgerlichen jungen Leute, die in auffälliger Bekleidung mit zu viel Zeit und Geld in ihren Händen auf der Straße herumstolzieren und sich mit ihren stilistischen Qualitäten von einer High-Street-Kaffee-Kette zu nächsten rühmen. Es geht im Street Style um viel mehr als um kreativ verhungerte Kunststudenten, die stundenlang vor dem Spiegel stehen und die obligatorische „Street Style Pose“ üben, bei der man normalerweise wie ein Flamingo auf einem Bein steht.

Vielmehr ist der Street Style eine wesentliche Kraft, die sowohl die High-Fashion-Industrie als auch High-Street-Trends antreibt. Wichtiger noch, wenn es richtig gemacht wird, kann es eine Kunstform an sich sein, die die komplexe Beziehung zwischen der Welt der Ästhetik und der realen Welt widerspiegelt.

Urban Explorer: Der lässige Look

Der Street Style steht in starker Verbindung zum Urban Style. Er ist modern und der wahrscheinlich entspannteste Look für den Mann! Man muss sich nicht großartig Gedanken darüber machen, was man kombinieren kann und was nicht, sondern wählt seine Klamotten nach Vorlieben und angesagten Stilelementen. Nicht nur deswegen ist der Urban Look für den Mann wie geschaffen. Man steht auf “Beinfreiheit”? Kein Problem, eine Jeans im “Karottenschnitt” hilft (heute auch tapered genannt). Diese kombiniert man mit einem lässigen T-Shirt oder einem etwas schmaler geschnittenen Hemd, gerne mit einem Muster. Dazu ein paar weiße Sneakers und eine Tragetasche im Leder-Vintage Look und schon hat man seinen individuellen Urban Style geschaffen.

Einen individuellen Look erschaffen

Man muss nicht immer etwas neues kaufen, um seinen Style aktuell zu halten. Die Lösung dafür ist die Konventionen zu brechen und das zu kombinieren was einen glücklich macht und womit man sich wohl fühlt. Ob es sich um ausgefallene Muster und Aufnäher handelt oder schlichte schwarze Schurwolle, kombiniert mit einem ausgewaschenen schwarzen T-Shirt, ist dabei einem selbst überlassen. Man muss sich trauen und etwas versuchen. Individuell ist erst immer dann, wenn der Style einen selbst widerspiegelt. Der Urban Look impliziert nicht immer nur lässiges Aussehen, sondern kann auch Büro-tauglich sein. Dazu kombiniert man ein hellblaues Jeanshemd mit einem blauen Baumwollsakko und einer grauen Chino, dazu passen neben Sneakers auch braune Lederschuhe.

Der Urban Style von Jonny

Heute definiert man sich stark über seinen Style und besonders deswegen ist es wichtig, ein Auge dafür zu entwickeln, was einem steht. Der 22-jährige Modeblogger Jonny hat seinen Style gefunden. Er kombiniert schmal geschnittene Jeans gerne mit einem lässigen Shirt oder einem leichten Pullover. Dazu trägt er, wenn es kühler ist, eine Bomberjacke und Sneakers. Besonders die Adidas NMD Runners in Kahki gefallen ihm, denn sie kann man gut zur Jeans aber auch zu feineren Hosen tragen. Jonny hat sich einen individuellen und eleganten Urban Look angeeignet, welcher ihm hervorragend steht.

Street Style ist mehr als ein Paar Air Jordans

Street Style ist mehr ein Begriff als ein Paar Air Jordans. Wenn Street Style eines NICHT ist, dann ist es schlicht oder gar einfallslos.

Man beachte die Anzahl der High-Fashion-Designer, von Valentino Garavani über  Alexandre Herchovitch bis hin zu Riccardo Tischi, die sich von der Street Style Kultur inspirieren lassen. Die Wahrheit ist, dass ein starkes Outfit – sei es Street Style oder nicht – ein smartes Urteil erfordert. 

Der Street Style boomt. Von den Mode Labels Stüssy bis Supreme, von Off-White bis A Bathing Ape, stehen sie in der Modebranche im Mittelpunkt, in der traditionelle Showformate in Vergessenheit geraten. Umso wichtiger ist es, so viel Wert darauf zu legen, was außerhalb der Fashion Weeks vor sich geht. Es ist selbstverständlich, wenn ein Designer eine neue Kollektion entworfen hat, verdient es Aufmerksamkeit, aber solange es Käufer, Redakteure und Fashion-Instagrammer sind, die die Trends festhalten, ist der Street-Style-Look ein Hinweis darauf, was wir als nächstes tragen werden. 

Schön und gut, man kann viel über Street Style reden, man kann es verfolgen und sich von der urbanen Atmosphäre fangen und sich inspirieren lassen. Dennoch, solange man kein Fashionista ist, wird es den meisten schwer fallen, ihren individuellen Street Style zu finden.

Tags:

ads
  • Benjamin Strutz

    Benjamin Strutz ist Gründer und Herausgeber von Men's Quality.

  • Show Comments

Your email address will not be published. Required fields are marked *

comment *

  • name *

  • email *

  • website *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Jetzt Werbeplatz mieten

ads

You May Also Like

Nicht im letzten Hemd

Nicht im letzten Hemd!

Mitte 20 ist ein merkwürdiges Alter. Irgendwie so richtig in der Mitte von allem. ...

gentleman

Was benötigt man als moderner Gentleman?

Heutzutage hört man es überall: Der Begriff „Gent“ oder „Gentleman“ ist in Männermagazinen, Blogs ...

Hosenträger als Trendsetter

Hosenträger sind wieder IN Sie sind wieder IN und trendy und werden nicht nur gerne ...