Das Schachspiel, eine Männerdomäne?

Schachspiel

Die Schachspiel-Anfänge

Als der Dichter Johannes Rothe (1360-1434) in seinem „Ritterspiegel“ die vollkommenen Eigenschaften und Tugenden eines Mannes (insbesondere eines Ritters) aufzählte, nannte er u.a. das schnelle Auf- und Absitzen, das schnelle Reiten mit dem Pferd, das Schwimmen und Tauchen im Wasser, das Beherrschen des Schießens mit der Armbrust und dem Bogen, das Klettern auf Leitern, das gute Fechten und Ringen, ganz besonders aber das gute Benehmen bei Tisch, Tanzen und Hofieren sowie das Bredspiel (Brettspiel), gemeint war das Schachspiel.

Die stärkste Figur

Es gehört zu den sieben Rittertugenden. Nicht, dass das Schachspiel Frauen verwehrt war, aber es war weitgehend Männersache, und ist es in der Praxis bis heute. Obwohl: Die stärkste Figur im Schachspiel ist die Dame. Aber: Sie tut alles, um ihn, den König, zu beschützen.

Das Schachspiel bzw. die Vorläufer dieses Spiels entstanden vermutlich in Indien und es etablierte sich spätestens ab dem 13. Jahrhundert in Europa und ist heute hier das bekannteste und beliebteste Brettspiel.

Wirft man einen Blick auf die Statistik, ist Schach ein typisch männliches Brettspiel. In der aktuellen ELU-Liste rangiert nur eine Frau unter den Top 100 der Welt. Die von der Weltschachorganisation FIDE geführten 1440 Großmeister sind 1409 männlichen Geschlechts und 31 weiblichen. Warum diese Männerdomäne in dieser Form besteht, ist derart umstritten, dass der Versuch einer Analyse den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Psychologen, Intelligenzforscher und viele mehr, die sich mit der Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau beschäftigen, haben sich zu diesem Thema schon zu Wort gemeldet. Warum dies auch immer so sein mag, es ist Fakt: Männer spielen zumindest in der Masse besser Schach als Frauen–jedenfalls noch-.

Das legendäre Spiel

Legendär und Spiel des Jahrhunderts war das Spiel im Jahre 1972, in welchem der amerikanische 16- jährige Schachspieler Bobby Fischer das Kandidatenturnier gewann und den zu diesem Zeitpunkt amtierenden russischen (er nahm später auch die französische Staatsbürgerschaft an) Weltmeister Boris Spasski herausfordern konnte. Er gewann den Titel sensationell und zog sich dann genauso sensationell 1975 weitgehend aus diesem Sport zurück, nachdem er sich 1975 geweigert hatte, gegen den sowjetischen Herausforderer Anatoli Karpov anzutreten. Der amtierende Weltmeister ist der Norweger Magnus Carlsen. Er wurde 2013 Weltmeister und hat den Titel seitdem verteidigt, u. a. gegen den Inder Viswanathan Anand. Das diesjährige Kandidatenturnier fand im März 2016 in Moskau statt. Aus acht Schachspielern qualifizierte sich als Sieger Sergei Karjakin. Er ist der neue Herausforderer von dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen. Die seit 1886 stattfindende Schachweltmeisterschaft findet in diesem Jahr vom 11. bis 30. November 2016 in New York City statt. Der Wettkampf wird über höchstens 12 Partien gehen und wird vorzeitig enden, wenn ein Spieler 6,5 Punkte erzielt hat. Men‘ Quality wird zu gegebener Zeit hierüber berichten.

ads
  • Hans Strobel

    Redakteur für den Bereich Kultur und bildende Kunst

  • Show Comments

Your email address will not be published. Required fields are marked *

comment *

  • name *

  • email *

  • website *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.