Der perfekte Schnitt – Das Männerhemd

Hemd

Ob Freizeit oder Business, das Hemd des Mannes ist eine Aussage über Eitelkeit, Gepflegtheit, Respekt und Stil.

Schon fast 1000 Jahre vor Christus wurde das Hemd von hebräischen Frauen getragen, eher als bequemes Kleid, dennoch als stilgerechtes Kleidungsstück. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde der angeknöpfte hohe Stehkragen („Vatermörder“) alltäglich und 1871 entstand die sogenannte Knopfleiste. Im Endeffekt kann man sagen, dass die Gebrüder Hönigsberg in Wien 1863 durch die Erfindung der halbsteifen Hemdenkragen aus Doppelstoff, der nicht mehr angeknöpft werden musste, sondern fest mit dem Hemd verbunden war, das Hemd als solches revolutionierten, welches es heutzutage verkörpert: Das stilvolle Kleidungsstück!

Was gibt es heutzutage zu bedenken, wenn man Anlässen entsprechend ein Hemd tragen möchte und dem historischen Hintergrund entsprechend, sich stilvoll präsentieren möchte?

Das Anzugshemd muss passen!

Trägt man das Hemd mit Manschettenknöpfen, sollte diese bei angewinkeltem Arm noch sichtbar sein. Die Manschettenknöpfe sollte hierbei die Handgelenke sichtlich umschließen, dennoch genug Luft zum Atmen geben und bestenfalls Platz für eine Uhr lassen. Heißt faktisch: Der Ärmel des Sakkos reicht bei hängendem Arm bis zum Handgelenk, das Hemd schaut circa 2 Zentimeter noch hervor.

Jeder Mann sollte ein Maßhemd besitzen!

Kauft man sein Hemd im Laden von der sogenannten “Stange” ein, so unterscheidet man zwischen Halsweite und Ärmellänge. Jede weitere Größe wird nach Durchschnittswerten berechnet. Da die Mehrheit der Menschen vom “perfekten” Durchschnitt abweicht und andere Werte vorweist, wird das Hemd von der Stange an bestimmten Zonen nicht passen. Ein Maßen wird dem Körper angepasst und passt demnach perfekt an jeder Zone der Figur.

Die 3 Grundformen eines Hemdes.

Man unterscheidet bei dem Grundschnitt altherkömmlich zwischen 3 Passformen:

  1. Die geräumige englische
  2. Die maßvoll körpernahe deutsche und
  3. die taillierte italienische.

Das ständige Rutschproblem

Man kennt das Problem, dass das Hemd ab und zu aus der Hose rutscht. Das liegt einfach an der Länge des Hemdes, sobald das Hemd zu kurz ist und man sich streckt, rutscht das Hemd aus der Hose. Dennoch kann auch ein tiefes Armloch dazu beitragen, dass sich die Zonen des Hemdes beim Bewegen verziehen. Hier nochmal der Hinweis, dass sich speziell für solche Fälle ein Maßhemd empfiehlt.

Slim-fit, Modern-fit oder Tailored-fit?

Besonders bei der neuen Generation sind diese Begriffe sehr beliebt. Sie stehen für taillierte und eng am Körper liegende Rumpfformen. Sollte man eine schlanke Figur haben, kann man eng anliegende Hemden gerne tragen. Kräftigere Männer sollten einen weiteren Schnitt wählen. Sobald das Hemd spannt, ist es nicht passend!

Die richtige Kragenform.

Der Gipfel der Entscheidung liegt bei der Wahl der Kragenform. Schlussendlich muss der Kragen zur Gesichtsform und der Form & Länge des Halses passen! Hierbei stellt sich die Grundfrage, ob man seine Gesichtszüge unterstreichen oder ein Gegengewicht erzeugen möchte. Ein hoher Kragen mit eng anliegenden Kragenschenkeln passt zu einem eher mageren, langen Gesicht oder kontrastiv ein schmaler Kent-Kragen mit abgerundeten Spitzen.

Tipp: Ein hoher Kragen für einen langen Hals. Ein kurzer Kragen würde den Hals länger erscheinen lassen.
Für einen kurzen, breiten Hals einen Kent-Kragen oder ein Tab-Kragen. Dennoch sollte man mehrere Kragenformen ausprobieren und schauen, welcher einem am besten gefällt.

Kragenformen
Kragenformen; Quelle: Ziad el Achi

Dass der Kragen am Hals perfekt passt, wurde bis dato immer mit der Regel aufgestellt, dass zwischen Stoff und Hals noch ein Finger Platz finden sollte. Auch hier sollte man nach Gefühl handeln. Sobald der Kragen Wellen schlägt, ist er wahrscheinlich etwas zu lang und sollte angepasst werden.

Buttondown-Hemd mit Krawatte?

Der weiche Kragen des Buttondown-Hemdes ist das Gegenstück zum steifen Stehkragen. Seit den 80er Jahren gilt diese Hemdart als Freizeithemd. Das daraus entstandene Gerücht, dass man dazu keine Krawatte tragen könne, ist dennoch umstritten. Man könne einfachhalber sagen, dass der europäische Etikette-Leitfaden es als traditionslos sieht.

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  • Benjamin Strutz

    Benjamin Strutz ist Gründer und Herausgeber von Men's Quality.

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