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Die besten Tipps für den Kauf eines Gebrauchtwagens

Autokauf

Es ist soweit und man möchte sich ein Auto kaufen. Häufig ist der Kauf eines Gebrauchtwagens deutlich günstiger und im Preis-Leistung-Verhältnis effektiver. Dennoch zieht der Kauf eines Gebrauchtwagens viele Risiken mit sich, die man als Auto-Laie sicherlich nicht weiß. Häufig fallen Profis diese Risiken auch nicht auf.  Wir wollen, dass Du kein Laie bist und für den nächsten Autokauf perfekt vorbereitet bist.

Der folgende Leitfaden soll dir dabei helfen, beim Autokauf gewappnet zu sein oder auch wenn man selbst ein Auto verkaufen möchte, denn wenn der Käufer mehr Ahnung hat, als der Verkäufer, kann das sehr unangenehm werden.

Es beginnt alles mit dem ersten Kontakt. Man hat über eine Anzeigenschaltung “seinen (Traum-) Gebrauchtwagen“ gefunden. Jetzt ist es definitiv wichtig, bevor man die Anreise startet, dass man sicher geht, dass das Auto sich in dem Zustand befindet, wie es annonciert ist. Das lässt man sich am besten schriftlich bestätigen. Fakt ist, sollte die Beschreibung vom Zustand des Autos sehr abweichen, kann man seine Anreisekosten beim Verkäufers geltend machen.

Hat man sich den Zustand des Autos bestätigen lassen, muss man sich 7 Utensilien zurechtlegen:

  1. Einen Bleistift;
  2. einen Kugelschreiber;
  3. einen Schreibblock;
  4. einen Lappen;
  5. einen Magneten;
  6. eine Taschenlampe und
  7. eine Plastiktüte.

Trifft man den Verkäufer, kann man sich ein gutes Bild darüber machen, wie der Wagen behandelt wurde. Man sollte dem Verkäufer immer kritisch gegenübertreten und alles genauestens überprüfen. Der Audi RS6 ist nie über 180 km/h gefahren, aber der Verkäufer begegnet einem mit einer Formel 1 Mütze oder wirkt angeberisch? Da wäre ich etwas vorsichtig.

Die Inspektion beginnt..

Öffne zuerst alles Türen und den Kofferraum. Lasse den ersten Eindruck zu und nehme ihn auf, bedeutet: Hörst du ein Quietschen, wie ist der Pflegezustand, fallen dir Unfallschäden auf?

Klare Merkmale dafür wären Unebenheiten im Lack oder Unterschiede im Glanzgrad.

Jetzt kommt der Magnet zum Einsatz. Setze den Magneten überall an der Karosserie an und überprüfe, ob er überall gleich haften bleibt. Wenn unter dem Lack etwas kaschiert wurde, merkt man das anhand des Magneten. Falls etwas schlecht lackiert wurde, kann man auch überprüfen, ob ein angrenzendes Teil überlackiert wurde.

Dennoch der effektivste Test, ob das Auto einen Unfall hatte, ist der sogenannte Spaltmaß-Test. Dafür überprüft man beide Seite des Autos und schaut jeden Spalt genau an. Zeichnet sich irgendwo eine Lücke ab, hatte das Auto wahrscheinlich einen Unfall.

Bei modernen Autos, ist das etwas schwieriger, da diese meist durch Kunststoffstangen geschützt sind. Hierbei lässt sich ein Unfall anhand von Lacksprüngen überprüfen. Hier wären netzartige Lacksprünge erkennbar. Dabei darf man sich nicht davon verunsichern lassen, dass sich die Kunststoffstange nach einem Unfall in die Ur-Form re-entwickelt.

Bei Rissen oder Steinschlag?

Bei den Scheiben ist es sichtlich einfacher, einen Riss oder Steinschlag zu erkennen. Man beginnt am Rand der Scheibe und fährt mit seinem Blick bis hin zur Mitte der Scheibe. Bei kleineren Steinschlägen kann man schon ein Auge zudrücken, dennoch sollte man bei größeren Rissen verhandeln, da sonst durch Nässe Rost schneller entstehen kann.

Auch bei den Verschraubungen der Kotflügel lassen sich Indizien für einen Unfall finden. Sind diese verschieden, in dem Fall auf der einen Seite lackiert und auf der anderen nicht, weist das auf einen Unfall hin.

Auch die Reifen müssen überprüft werden. Auch wenn der Zustand der Reifen nicht eingetragen sind, können sie zugelassen sein. Dennoch sollte man sich dies schriftlich vom Verkäufer bestätigen lassen. Stimmt zudem die montierte Reifengröße mit der eingetragenen Größe überein?

Bei der Profiltiefe lassen sich dich meisten über den Tisch ziehen. Gesetzlich ausreichend ist eine Profiltiefe von 1,6 mm, es sollten aber schon 3 mm Tiefe sein. Stecke dafür eine Ein-Euro-Münze in das Profil des Reifen und schaue, ob der Rand der Münze bedeckt ist. Ist dieser bedeckt, hat der Reifen eine gute Profiltiefe. Bei den Felgen ist jeder sehr eigen und hat seine eigenen Vorstellungen, obgleich diese keine großen Deformationen vorweisen sollten. Zudem kann man häufig durch die Felge die Bremsscheiben sehen. Dabei ist es wichtig, zu überprüfen, ob diese einen tiefen Grat, also scharfe Kanten hat.

Selbstverständlich ist, dass sowohl die Karossiere, der Innenraum und auch der Motorraum sauber sind, wenn man sich das Auto anschaut.  Bei einem hohen Kilometerstand, 100.000 km aufwärts, kann es vorkommen, dass ein Ölfilm um die Dichtungen vorhanden ist.

Speziell beim Zahnriehmen sollte man Acht darauf geben, dass er ständig gewechselt wurde. Diese Weschsel sind im Scheckheft vermerkt.

Der Deckel zum Öl-Becken darf auf der Innenseite keine kohlehaltigen Reste vorweisen. Das würde wahrscheinlich bedeuten, dass die Zylinderkopfdichtung durchgebrannt ist.

Zusätzlich müssen die Schläuche auf überprüft. Sind sie dicht und trocken? Sind Kalkreste zu finden? Ist das Kühlwasser dunkel, aber nicht schwarz? Um das zu prüfen, nimmt man einfach – bei kaltem Motor – den Kühlwasserdeckel ab und schaut nach.

Probefahren und das Bremsen nicht vergessen

Natürlich muss man das Auto Probefahren. Nach dem Start muss nach kurzer Zeit die Öldruckanzeige erloschen sein. Die Anzeige der Wassertemperatur darf nicht über 90 Grad anzeigen. Falls dies der Fall ist, kann man losfahren.

Ab 60 km/h kann man das Lenkrad etwas locker halten und schauen, ob der Wagen in seiner Spur bleibt. Sobald sich bei einer leichten Kurv-Bewegung das Geräusch verändert, kann das Radlager kaputt sein. Etwas dumpfere Geräusche deuten auf einen Reifenverschluss oder kaputte Stoßdämpfer hin.

Bei 70-80 km/h kann man den Bremstest machen. Hierbei geht es nicht um eine Vollbremsung, sondern um normales Bremsen. Beim ersten Versuch hält man das Lenkrad wie gewohnt fest und achtet dabei auf den Effekt der Bremsen. Ist sie unregelmäßig, sind die Bremsscheiben hinüber.

Beim zweiten Versuch, lässt man die Hände provisorisch locker am Lenkrad. Hierbei kann man sehen, ob der Wagen beim Bremsen in der Spur bleibt und zur Seite “ausschlägt“. Falls dies der Fall ist, könnte die Geometrie der Achse durch einen Unfall verschoben sein.

Kupplungsspiel

Ob die Kupplung verschlissen ist, merkt man an einem ganz einfachen Kupplungsspiel. Man beschleunigt im dritten Gang bis aus mindestens 3000 Umdrehungen und gibt dann Vollgas. Steigt die Drehzahl, aber das Auto wird nicht schneller, ist die Kupplung verschlissen.

Zum Abschluss sollte man die Handbremse testen. Der Widerstand muss ab der dritten Rast merklich sein.

Für alle die eine Klimaanlage nutzen wollen, testen diese im Stand: Motor an, Klimaanlage anschalten und die niedrigste Temperatur einstellen. Es darf nicht länger als 2 Minuten dauern, bis die Temperatur des Luftstroms aus dem Gebläse kälter als die Außentemperatur ist.

Doch wozu braucht man den Lappen, den man mit mitgebracht hat. Stecke den Lappen in die mitgebrachte Tüte, damit du einen guten Schutz zum Hinknien hast. Klingt erstmal belanglos, aber man weiß nie vorher, auf welchem Untergrund das Auto steht. Genau in solchen Momenten sind diese einfachen Dinge & Tricks sehr hilfreich. Teste den Unterboden des Gebrauchtwagens darauf, ob es Bodenkontakt gibt oder ob das Auto Öl verliert. Danach nimmt man den Lappen aus der Tüte und deckt den Auspuff damit zu. Falls die Auspuffanlage undicht ist, wird man bei laufendem Motor ein Pfeifgeräusch hören.

Mit der mitgebrachten Taschenlampe prüft man die Radkästen. Falls sich irgendwo Ölspuren befinden sollten, kann das ein Indiz dafür sein, dass ein Tier, meist der Marder, sich am Auto zu schaffen gemacht hat. So oder so sind Ölflecken am Boden kein gutes Zeichen.

Der letzte Blick erfolgt in den Kofferraum. Hat man mit dem Verkäufer ausgemacht, dass ein Ersatzrad mit angeboten wird, muss man dieses auch genauestens überprüfen. Ist die gleiche Art von Felge aufgezogen, wie bei den anderen Rädern? Ist der Reifen aufgepumpt? Ist der Kompressor da? Wagenheber? Warndreieck? Ist am Rad Rost zu entdecken oder deuten Schrammen darauf hin, dass es schonmal gebraucht wurde?

Das ist eine grundlegende Vorgehensweise, die man bei jedem Autokauf mindestens machen sollte. Lieber vor dem Kauf etwas Zeit investieren und alles gründlichst überprüfen, als sich später zu ärgern. 

2 comments

  1. Hallo,
    vielen, vielen Dank für diesen hilfreich Artikel. Ich plane demnächst mir mein erstes Gebrauchtfahrzeug zuzulegen. Aus diesem Grund informiere ich mich gerade sehr ausführlich zu diesem Bereich. Ich habe einen Gebrauchtwagen im Auge und der hatte Dank Ihrer „Untersuchungstipps“ keine Risse, Steinschläge oder dergleichen.

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