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Strategisch Relaxen – Wie entspanne ich richtig?

Erst einmal gilt Folgendes: Das Abschalten des Gehirns ist nicht gleichbedeutend mit Entspannung.

Man kennt das Gefühl, man arbeitet zu hart. Das ist kein selbstgefälliges Prahlen, meist zumindest nicht, es ist eine harte Tatsache.

Viele von „uns“ sind gerade fertig mit der Uni, und möchten sich beweisen, indem man alles, was man hat, in die eigene Arbeit steckt. Nebenbei erledigt man einen schlecht bezahlten Job und man hat das Gefühl, dass man in irgendeiner Art und Weise ausgebeutet wird. Bei der Arbeit gibt man Vollgas, verbrennt oft mittags viel Energie und verbringt den Rest des Tages in einem erschöpften Versuch, das Energie-Level wieder aufzuholen.

Nach neun Stunden Malochen kommt man zu Hause an und möchte sich nur noch auf das Sofa legen und einen Film schauen. Am Freitag trinken wir uns ein paar Stunden in Vergessenheit, verbringen nur die Hälfte des Samstags sinnvoll und beten für die süße Befreiung des Todes.

Entspannung ist kein Luxus, es ist eine Notwendigkeit

Unser Erfolg, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause, ist verbunden mit der Fähigkeit zur regelmäßigen Entspannung. Bei all dem Druck, der auf uns ausgeübt wird, hat die Forschung in den letzten zwanzig Jahren gezeigt, dass unser Gehirn selbst in Zeiten absoluter Entspannung alles andere als faul ist. In Wirklichkeit gibt es einen überraschenden Anstieg der Gehirnaktivität, wenn wir uns nicht auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren, da die Energie in unser „Standardmodus-Netzwerk“ umgeleitet wird.

Diese „Standardeinstellung“, auf die wir uns immer dann einlassen, wenn wir uns nicht in einer bestimmten Aufgabe befinden, ist entscheidend für unser Wohlbefinden. In diesem Zustand können wir uns im Wesentlichen aus unserer unmittelbaren Umgebung zurückziehen und uns Zeit nehmen, um einfach zu „verarbeiten“. Wir sind in der Lage, Informationen zu überprüfen und zu konsolidieren, unsere Zukunft zu planen und Hypothesen zu untersuchen und einfach unsere eigenen Gedanken und Gefühle zu verwalten. Tatsache ist, dass Entspannung nicht nur die Energie für unsere Herausforderungen gibt, sondern auch die Motivation und mentale Stärke, sie zu überwinden, sowohl bei der Arbeit als auch im privaten Leben. Es gibt einem Zeit, neue Fähigkeiten zu entdecken und alte zu schärfen. Es gibt die Chance, sich wieder mit den Leidenschaften und Zielen vertraut zu machen, die einen motivieren. Es erlaubt einem selbst, die bestmöglichen Versionen von einem selbst zu sein.

Warum ist das nicht möglich?

Wir haben alles, was wir uns wünschen können, oder? Jede erdenkliche Art von Musik, jeder Film. Videospiele, Bücher, Essen, Getränke, der Sexpartner nur eine App entfernt – selbst die Ärmsten unter uns hätten noch genug, um einen römischen Kaiser vor lauter Neid erblassen zu lassen. Aber wir können uns immer noch nicht entspannen.

Vielleicht liegt das Problem nicht bei unseren glänzenden neuen Spielzeugen. Das Problem liegt bei uns. Wir haben eine so schlechte Herangehensweise an Stress in diesem Land, dass wir automatisch annehmen, dass alles, was nicht funktioniert, in der Regel Entspannung ist. Und das ist einfach nicht wahr. Das Problem ist, dass wir uns nicht mit Absicht entspannen.

Das bedeutet nicht, dass wir uns immer wieder sagen müssen, dass wir uns entspannen müssen. Das bedeutet nicht, dieses einzige Hobby zu finden, das uns am meisten gefällt. Es geht darum, strategisch zu sein. Es geht darum, bewusst die Zeit zu nutzen, um zu identifizieren und zu isolieren.

Wie genau machen wir das?

Einer der schlimmsten Fehler, die wir machen können, wenn es um das Thema Entspannung geht, ist sich falsch zu entspannen.

Wenn wir im Stress sind, neigt unser Instinkt eher dazu zu fliehen als zu kämpfen. Wenn wir auf schwierige Aufgaben, schmerzhafte Wirklichkeiten und seelenzerstörende Sorgen stoßen, besteht unsere natürliche Reaktion darin, den Kopf in die Hände zu legen und zu denken: „Weißt du was? Ich bin raus.“ Zu diesem Zeitpunkt werden viele von uns prompt weggehen und versuchen, in – irgendetwas – anderes einzutauchen.

Und das ist nicht immer schlecht. Wir sind nicht auf ständigen Stress ausgelegt und unsere Abneigung dagegen macht uns nicht schwach, sondern macht uns menschlich. Aber das ist keine Entspannung.

Entspannung (nicht Freizeit, sondern Entspannung) sind die bewussten und strategischen Schritte, die wir unternehmen, um uns auf Stress vorzubereiten. Entspannung bedeutet nicht, sich mit neuem Nervenkitzel abzulenken, sondern Stress, Irritation, Zweifel und Wut abzubauen. So einfach es scheint, diese Probleme mit einer neuen, glänzenden Ablenkung zu ignorieren, lässt man seine kleinen Stress-Dämonen dennoch frei herumlaufen.

Entspannung muss bewusst ausgeführt werden und das beginnt damit, dass wir tatsächlich wissen, was uns beschäftigt, genauer belästigt. Wir können nicht einfach durch eine riesige, neblige Wolke ungelöster Angst und Frustration in diese Richtung gedrängt werden.

Beginne mit deinem Körper

Ich weiß, das Thema ist einem bald Leid. Man kann es nicht mehr hören oder lesen. Dennoch ist es ein essenzieller Punkt, den man immer beachten muss. Unser Körper nimmt alles auf, er ermöglicht uns das Dasein auf der Erde. Geben wir ihm das Maximum an möglicher Energie.

Der revolutionäre französische Denker Rousseau soll Glück definiert haben als „… ein gutes Bankkonto, einen guten Koch und eine gute Verdauung“, und es gibt einen Grund, warum zwei dieser drei Punkte mit Essen zu tun haben.

Der erste Schritt zur Entspannung – echte und dauerhafte Entspannung – ist es, sich um seinen Körper zu kümmern. Es geht darum, drei Dinge zu priorisieren:

1. Gesunder Schlaf

Schlaf muss die oberste Priorität sein, um eine Grundlage für körperliches und geistiges Wohlbefinden zu schaffen.

Tatsache ist, dass Schlaf eine direkte Verbindung zur Fähigkeit hat, gute Entscheidungen zu treffen. Man wird nicht in der Lage sein, gesund zu bleiben, wenn man keinen regelmäßigen oder gesunden Schlaf hat.

Wir haben einen Schlafexperten gefragt und folgende Hinweise erhalten:

  • Schlechte Schlafgewohnheiten verursachen eine Abnahme des Testosterons
  • Testosteron ist mehr als nur das Libido-Hormon eines Mannes; Ein gesenkter Testosteronspiegel führt dazu, dass sich der Körper nicht so schnell regeneriert, was zu einem schlechten Gedächtnis und weniger Problemlösungsfähigkeiten führt.
  • Schlafentzug erhöht den Cortisolwert.
    • Ein erhöhter Cortisolspiegel ist der Auslöser für psychische Erkrankungen und verminderte Belastbarkeit
  • Schlafentzug verursacht Gewichtszunahme

Unser Körper produziert fast das gesamte Testosteron, welches wir benötigen, während wir schlafen. Wenn man versucht, sich in irgendeiner Weise zu verbessern, sei es seine Karriere voranzubringen, Gewicht zu verlieren oder sich in Form zu bringen, sein eigenes Geschäft zu entwickeln, Dinge wie Depression und Angst unter Kontrolle zu bekommen oder andere ähnliche Dinge, benötigt man einen gesunden Schlaf. Wenn man dies nicht tut, arbeitet man aktiv gegen sich selbst.

2. An die frische Luft

Es gibt nichts Besseres als ein bisschen Natur, um seinem Körper und Geist einen sogenannten Reset zu geben. Ob es eine anstrengende Wochenendausflugsreise durch die Wildnis oder ein einfacher Spaziergang durch den Wald ist, die Zeit für uns, in die Natur einzutauchen, gibt uns die Möglichkeit, uns körperlich zu betätigen. Es gibt nichts Schöneres als den Anblick eines jahrhundertealten Baumes oder die Weite der Sterne, um uns daran zu erinnern, dass unsere Arbeits-Zeitpläne nicht das einzige Lebenselixier sind. Wenn es möglich ist, plant man sich etwas Zeit ein (auch wenn es nur einmal im Monat ist), um in die Natur zurückzukehren.

Man muss sich folgendes immer vor Augen halten: Wenn man seinen eigenen Körper gut behandelt, behandelt er uns auch gut.

3. Arbeitszeit planen

Die Grenzen zwischen dem Arbeitsleben und persönlichen Leben verschwimmen immer mehr. Besonders heutzutage ist es je nach Art der Arbeit häufig so, dass es keine Trennung zwischen diesen beiden Bereichen mehr gibt.

Aber dies sollte definitiv sein.

Während man sein Bestes gibt, um stolz auf seine Arbeit zu sein, ist die brutale Wahrheit, je talentierter und zuverlässiger wir werden, desto mehr werden unsere Chefs von einem verlangen und desto mehr werden sich die eigenen Mitarbeiter auf einen verlassen. In diesem Sinne müssen klare und konkrete Grenzen für die eigene Verfügbarkeit gesetzt werden. Bei der Arbeit heißt in dem Fall  „eine Viertelstunde Pause machen“, dass sich die Welt auch ohne die eigene Anwesenheit noch weiterdrehen wird. Diese 15 Minuten verbringt man 15 Minuten ohne Handy, Email oder Fragen. Dies ist nicht egoistisch. Nicht jeder Text, jede E-Mail oder jeder Anruf ist ein Notfall und man sollte seine wichtige „Aufladezeit“ nicht unterbrechen müssen, um auf jede Kleinigkeit zu reagieren. Egal, wie talentiert oder kompetent man ist. Wir alle sind immer noch „nur“ Menschen und es ist nichts falsch daran zu erwarten – anspruchsvoll – Zeit für sich selber zu bekommen, die man benötigt, um die Qualität zu bringen, die von einem mindestens erwartet wird.

Freizeit planen

Seine gesamte Freizeit in das Wochenende zu stecken und sich diesbezüglich immens zu freuen, ist meist ein kompletter Reinfall und man fühlt sich eher ausgelaugt, als befriedigt. Warum? Wenn man versucht, alles in diesem Zeitraum zu machen, was einem im Kopf herum schwebt, schaut man eventuell eine Episode seiner Lieblingsserie und denkt schon bei der Hälfte an die anderen Dinge, die man machen will.

So kontraintuitiv es auch klingen mag, die eigene Entspannung muss gemanagt werden. Wenn man ein Buch lesen möchte, dann gibt man sich eine Stunde, in der man nichts anderes tut, als zu lesen. Wenn man ein bisschen fernsehen will, dann legt man sein Handy weg und schaut einfach fern. Das erfordert Disziplin, aber am Ende des Tages geht es nur darum.

Das eigene Gleichgewicht finden

Eine eiskalte Cola an einem glühend-heißen Tag ist erfrischend. Wenn man aber zehn Dosen von dem Zeug trinkt, wird man sich aufgebläht, krank und lethargisch fühlen. Dieses Beispiel könnte metaphorisch die Lösung sein, kürzere Pausen häufiger zu machen, als zu versuchen, seine „Ich-Zeit“ innerhalb von 48 Stunden zu bewältigen.

Eine der schwersten Aufgaben des Erwachsenenalters ist, dass mein sein kostbares Wochenenden nutzen möchte, um alles zu tun, was man während der Woche nicht tun konnte. Wäsche waschen, Lebensmittel einkaufen, zum Friseur, etc. Sobald man versucht, seine persönlichen Pflichten mit dem persönlichen Vergnügen in Einklang zu bringen, kann dies das eigene Gleichgewicht aus der Bahn werfen. Jedes seiner persönlichen Pflichten kann man auch in seiner Arbeitswoche unterbringen. Auch wenn es nur eine halbe Stunde pro Tag ist, sollte man sich ausschließlich auf moderate, achtsame Selbstreparatur konzentrieren.

Der Erfolg im Leben wird stark von seinen Fähigkeit beeinflusst, ein gesundes Gleichgewicht zu Hause zu schaffen. Hierbei ist  Balance das Schlüsselwort. Wahnsinniges Hin und Her zwischen brutalen Arbeitssitzungen und dekadentem Hedonismus kann funktionieren, nur nicht lange. Wenn man die Dinge auf lange Sicht nachhaltig machen will, muss ein eigener Mittelweg gefunden werden.

Das Leben ist hart.

Es ist nicht immer der gleiche Grad von Härte, und nicht jede Ungerechtigkeit muss mit Märtyrer-ähnlicher Geduld durchgemacht werden, aber das Leben wird nie perfekt sein. Stress, Schmerz, Sorge, Kampf – das sind konstanten Merkmale des Lebens. Und wenn es regelmäßig zu Verschleißerscheinungen kommt, dann auch zur gezielten Entspannung.

Entspannung sollte nicht zur Gewohnheit werden, sondern disziplinarisch durchgeführt werden.

Wie oft verspricht man sich, besser auf sich aufzupassen? Einen erholsamen Schlaf zu bekommen? Besser zu essen? Seine eigenen Grenzen zu respektieren? FANG AN.

Jeder kennt sich selber am besten und weiß, welche Bedürfnisse man selber benötigt, um glücklich zu sein. Wer soll uns dabei aktiv besser helfen, diesen Zustand zu erreichen, als wir selber?

Bullet Points

  • Gesunden Schlaf priorisieren. 8 Stunden Schlaf sind ein gutes Stundenpensum.
  • Aufhören zu denken, dass Entspannung das Gleiche wie Erholung sei.

Monatlich:
Zweimal in der Natur unterwegs sein. Eine Wanderung. Ein Solo-Strandtag. Blick in die Sterne.

Wöchentlich:
Arbeit an den Wochenenden ausschalten. Wenn es absolut notwendig ist, plant man eine „reine Arbeitszeit“ und schaltet es für den Rest der Zeit komplett aus. In der Zeit lässt man sich fallen, schaut einen Film, liest ein Buch, zockt Fifa etc…

Wenn man verheiratet ist oder eine Familie hat, plant man sich seine alleinige Zeit. Egal ob beim Rasen mähen oder einkaufen. Zumindest allein, um sich auf eine Art und Weise aufzuladen. Keine Ausreden, es reichen auch nur 30 Minuten.

Täglich:
Den Tag über genug Wasser trinken. Müdigkeit resultiert häufig aus zu wenig Flüssigkeit im Körper. Sobald der Körper das Gefühl der Austrocknung spürt, wird er schwach und somit müde.

Trainieren – Keine Ausreden. Es reicht auch 5 min joggen oder 15 Liegestütze. Hauptsache man tut es. Ganz nach der Yin/Yang Methode. Das Yin zur Entspannung, das Yang zur Bewegung. Lethargie wird nicht dadurch verursacht, dass man sich zu sehr bewegt, sondern dadurch, dass man sich überhaupt nicht bewegt.

Gesund essen – Man kann mal Pizza, Pommes und Donuts essen, solange man hauptsächlich darauf achtet, was man hauptsächlich isst. Die Nahrungsaufnahme sollte kontrolliert werden. Es ist einem gut beraten, seinen Hauptfokus auf Vollwertkost zu legen.

Der Geheimtipp: 

Meditieren – Es muss nicht schwer sein. 5 Minuten pro Tag reichen.

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